Grundsätzliches zu heidnischen Festen

Ich falle mit der Tür ins Haus: Es ist ein wirklich schwieriges Thema, über das man mindestens das ganze Leben lang diskutieren könnte ohne der Wahrheit auch nur ein Stückchen näher zu kommen. 

Für uns sind Fakten ganz wichtig. Alles wird heute belegt und alles, was nicht belegt ist, ist zweifelhaft, unglaubwürdig bis hin zu falsch, weil man es eben nicht belegen kann.

Genauso ist es mit den Jahreskreisfesten. Eigentlich ist nichts belegt, denn unsere Vorfahren haben kaum etwas aufgeschrieben. Runen waren keine Schrift, wie wir sie heute kennen, Runen waren hauptsächlich "magische" Zeichen. 

Wie sollen wir also eine Lebensweise rekonstruieren über die kaum etwas aufgeschrieben wurde? Die meisten Hinweise (zumindest über die Germanen) liefert uns Tacitus und der war Römer.

Es ist also wirklich schwierig zu sagen, wann Jahreskreisfeste stattgefunden haben, ob es sie überhaupt gab und was überhaupt genau gemacht wurde. Es gibt millionen Ideen, Variationen usw. Und keine davon darf einen Anspruch auf Richtigkeit stellen, wir wissen es ja nicht. 

So passiert es dann auch, dass gesammeltes Halbwissen einfach willkürlich durcheinander gewürfelt wird, wie es einem gerade passt. Nach dem Motto: Wir basteln uns unsere eigene Religion. Ich spreche hier überwiegend von Nationalsozialisten und Esoterikfreaks. Ich habe nichts gegen Esoterik, nur etwas dagegen sich aus jeder Lebenseinstellung/Religion, das Beste rauszusuchen ohne überhaupt Ahnung zu haben, wovon man spricht.

Zurück zum Thema: Ich versuche meine Jahreskreisfeste und natürlich alles, was ich tue, möglichst authentisch zu tun. Für mich sind Quellen wichtig, wenn sie auch mit Vorsicht zu genießen sind, denn die "Germania" schrieb ein Römer und die "Edda" ein Christ. Trotzdem sind es die wichtigsten Anhaltspunkte für uns etwas über die Menschen, die damals hier gelebt haben, herauszufinden.

Da wir nun wissen, dass wir eigentlich nichts wissen, gilt es eigene Erfahrungen zu machen. Jeder kann seine Feste feiern, wie er es am liebsten hat. Jeder hat seinen "Lieblingsgott", jeder hat andere Rituale, feiert anders, zu anderen Zeiten vielleicht usw. 

Und das war früher auch schon so! Es gab nicht einen Stamm der Germanen, es gab viele! Diese Stämme hatten unterschiedliche Gewohnheiten, unterschiedliche Namen für dieselben Götter, eigene Lokalgötter usw.

Ich finde es super! Genauso ist es heute. Es gibt unterschiedliche Vereine, die unterschiedlich arbeiten, aber die gleichen Interessen vertreten. Gelebtes Heidentum - ich liebe es. 

 

Ich werde in meinem Blog einen Eindruck geben, wie ich Feste feiere. Dies dient hauptsächlich als Anregungen für eigene Feste. 

13.12.09 18:56

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